Welche Eventarten es gibt – und was sie für Gründer bedeuten
- Redaktion

- vor 7 Tagen
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Aktualisiert: vor 3 Stunden

Wer ein Event gründen möchte, stößt sehr schnell auf Begriffe wie B2B und B2C. Diese Unterscheidung ist sinnvoll – aber sie greift zu kurz.
Denn die Eventbranche ist deutlich vielschichtiger, als viele annehmen. Und genau diese Vielfalt ist einer ihrer größten Vorteile für Gründer.
Events sind keine einheitliche Kategorie. Sie sind unterschiedliche Geschäftsmodelle, die ganz verschiedene Anforderungen an Gründer stellen.
Wer das früh versteht, trifft bessere Entscheidungen.
Event ist nicht gleich Event
Viele Fehlannahmen entstehen, weil Events miteinander verglichen werden, die unter völlig unterschiedlichen Bedingungen funktionieren.
Ein Community-Treffen wird mit einer Konferenz verglichen. Ein Sportevent mit einem Corporate-Format. Ein öffentliches Ticket-Event mit einer Kundenveranstaltung.
Das führt zwangsläufig zu falschen Erwartungen.
Sinnvoller ist es, Events nicht als „die Eventbranche“ zu betrachten, sondern als unterschiedliche Formate mit eigener Logik.
Warum die Vielfalt der Eventbranche ein Vorteil ist
Events unterscheiden sich unter anderem in:
Zielgruppen
Zahlungsbereitschaft
Entscheidungswegen
emotionalem Zugang
operativem Aufwand
Wiederholbarkeit
Für Gründer bedeutet das:
Es gibt nicht das eine richtige Eventformat –sondern viele mögliche Wege, die jeweils andere Stärken erfordern.
Die zentrale Frage lautet deshalb nicht: Was funktioniert grundsätzlich? Sondern: Was passt zu mir?
Zentrale Eventarten – eine unternehmerische Einordnung
Die folgende Übersicht ist keine vollständige Klassifizierung, sondern eine Orientierung, um Unterschiede besser zu verstehen.
1. Community- und Szenen-Events
Typische Beispiele: Meetups, lokale Communities, thematische Treffen, Sport- oder Interessengruppen
Was diese Events auszeichnet:
Nähe zur Zielgruppe
persönliche Motivation der Teilnehmer
starkes Zugehörigkeitsgefühl
Chancen für Gründer:
niedrige Einstiegshürden
organisches Wachstum
hohe Loyalität
Herausforderungen:
begrenzte Zahlungsbereitschaft
Monetarisierung oft indirekt
starke Abhängigkeit vom persönlichen Engagement
Besonders geeignet für Gründer, die selbst Teil der Szene sind und langfristig denken.
2. Erlebnis- und Lifestyle-Events
Typische Beispiele: Sportevents, Festivals, Publikumevents, Erlebnistage
Was diese Events auszeichnet:
emotionale Kaufentscheidungen
starke Markenwirkung
hohe Sichtbarkeit
Chancen für Gründer:
hohe Weiterempfehlung
klares Profil möglich
Wachstum bei erfolgreichem Format
Herausforderungen:
Marketing relevant
Volumen entscheidend
operative Komplexität steigt schnell
Geeignet für Gründer mit Gespür für Zielgruppen, Marken und Inszenierung.
3. Wissens- und Weiterbildungs-Events
Typische Beispiele: Konferenzen, Fachveranstaltungen, Leadership-Formate
Was diese Events auszeichnet:
klarer Nutzenfokus
höhere Zahlungsbereitschaft
weniger Teilnehmer notwendig
Chancen für Gründer:
bessere Planbarkeit
geringere Abhängigkeit von Reichweite
starke Positionierung möglich
Herausforderungen:
Glaubwürdigkeit ist entscheidend
Inhalte müssen Substanz haben
längere Entscheidungsprozesse
Besonders geeignet für Gründer mit fachlicher Tiefe oder starkem Netzwerk.
4. Unternehmens- und Corporate-nahe Events
Typische Beispiele: Kundenveranstaltungen, Teamformate, Employer-Branding-Events
Was diese Events auszeichnet:
Unternehmen als Zahler oder Auftraggeber
klare Budgets
häufig wiederkehrende Formate
Chancen für Gründer:
stabile Einnahmen
gute Planbarkeit
langfristige Partnerschaften
Herausforderungen:
Abhängigkeit von einzelnen Kunden
weniger Markenfreiheit
längere Sales-Zyklen
Geeignet für Gründer mit Unternehmenszugang und Beratungsverständnis.
5. Hybridformate
Typische Beispiele: Öffentliche Events mit Sponsoren, Community-Formate mit Corporate-Partnern
Was diese Events auszeichnet:
mehrere Zielgruppen
unterschiedliche Erlösquellen
hohe Flexibilität
Chancen für Gründer:
Risikostreuung
Skalierungspotenzial
kreative Geschäftsmodelle
Herausforderungen:
höhere Komplexität
klare Priorisierung notwendig
Interessenskonflikte möglich
Sehr spannend – aber nur mit bewusster Struktur sinnvoll.
Warum B2B und B2C nur eine Dimension sind
B2B-Events sind nicht automatisch nüchtern. B2C-Events sind nicht automatisch emotional.
Oft gilt:
Teilnehmer ≠ Zahler
Emotion ≠ privat
Business ≠ sachlich
Entscheidender als B2B oder B2C sind Fragen wie:
Wer entscheidet über den Kauf?
Wofür wird tatsächlich bezahlt?
Was ist wiederholbar?
Wo liegt das unternehmerische Risiko?
Die entscheidende Frage für Eventgründer
Nicht:
„Welche Eventart ist am profitabelsten?“
Sondern:
„Welche Eventart passt zu mir, meiner Erfahrung und meiner aktuellen Realität?“
Viele Eventgründungen scheitern nicht an der Idee, sondern an der falschen Wahl des Formats.
Warum Einordnung wichtiger ist als Ideenvielfalt
Wer zu früh startet, optimiert oft das falsche Event.
Struktur hilft, bevor Zeit, Geld und Energie investiert werden. Nicht, um Möglichkeiten einzuschränken – sondern um bewusste Entscheidungen zu ermöglichen.



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