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Warum erste Events oft die falschen Erwartungen erzeugen



Das erste eigene Event ist emotional. Egal, wie groß oder klein es ist.

Wochen oder Monate der Vorbereitung, Anspannung, Hoffnung – und dann dieser eine Tag.


Was danach folgt, ist oft keine Klarheit, sondern Verwirrung.

Denn erste Events erzeugen Erwartungen. Und diese Erwartungen sind erstaunlich oft falsch.


Das erste Event ist kein Normalzustand


Das erste Event ist fast immer ein Ausnahmezustand.


Typische Begleitfaktoren:


  • außergewöhnlicher persönlicher Einsatz

  • Hilfe von Freunden und Kontakten

  • Sonderkonditionen

  • viel Improvisation

  • hohe emotionale Energie


Das ist kein Fehler. Es ist normal.


Problematisch wird es erst, wenn dieses Ergebnis als Maßstab genommen wird.


Erfolg wird zu schnell hochgerechnet


Ein häufiges Muster nach einem gelungenen ersten Event:


  • „Das lief richtig gut.“

  • „Das können wir jetzt ausrollen.“

  • „Beim nächsten Mal wird es noch besser.“


Dabei wird übersehen:

Ein gutes erstes Event sagt wenig darüber aus, wie tragfähig das Format wirklich ist.

Ein einmaliger Erfolg ist kein Beweis für Wiederholbarkeit.


Auch Misserfolg wird oft falsch interpretiert


Genauso gefährlich ist das andere Extrem.


Ein erstes Event läuft schleppend:


  • weniger Teilnehmer als erhofft

  • hoher Stress

  • geringe Marge


Und sofort entsteht der Gedanke:


„Das war wohl keine gute Idee.“

Auch das ist oft ein falscher Schluss.


Ein erstes Event kann scheitern, weil:


  • Erwartungen unrealistisch waren

  • der Rahmen nicht gepasst hat

  • das Timing ungünstig war


Nicht jede Enttäuschung ist ein Scheitern des Modells.


Emotion verzerrt die Bewertung


Nach dem ersten Event sind Gründer selten neutral.


Entweder:


  • Euphorie: „Das wird groß.“oder:

  • Ernüchterung: „Das war ein Fehler.“


Beides sind emotionale Reaktionen. Keine unternehmerischen Bewertungen.


Das erste Event erzeugt Nähe – und Nähe verzerrt den Blick.


Warum Vergleiche besonders gefährlich sind


Nach dem Start beginnt oft der Vergleich:


  • mit anderen Events

  • mit Erfolgsstories

  • mit scheinbar etablierten Formaten


Was dabei übersehen wird:

Niemand startet unter gleichen Bedingungen.

Viele bekannte Eventformate hatten:


  • Jahre des Experimentierens

  • Phasen ohne Wachstum

  • Anpassungen, die niemand gesehen hat


Vergleiche am Anfang helfen selten. Sie erzeugen Druck – keine Klarheit.


Was erste Events wirklich leisten können


Der eigentliche Wert eines ersten Events liegt nicht im Ergebnis,sondern in der Erkenntnis.


Ein erstes Event zeigt:


  • wer wirklich kommt

  • wofür Menschen bereit sind zu zahlen

  • wo Annahmen falsch waren

  • was überraschend gut funktioniert hat


Es ist kein Urteil. Es ist ein Datensatz.


Lernen statt interpretieren


Der wichtigste Schritt nach einem ersten Event ist deshalb nicht:


  • sofort weitermachen

  • sofort aufhören

  • sofort skalieren


Sondern:

einordnen statt interpretieren

Was war einmalig?

Was war reproduzierbar?

Was war Glück?

Was war Struktur?


Erst danach entstehen sinnvolle Entscheidungen.


Der häufigste Fehler nach dem ersten Event


Viele Eventgründer überspringen die Reflexion.


Sie reagieren:


  • auf Emotion

  • auf Druck

  • auf Erwartungen von außen


Und bauen darauf Entscheidungen auf, die eigentlich eine Pause gebraucht hätten.


Nicht, um langsamer zu sein – sondern um richtiger weiterzugehen.


Ein nüchterner Ausblick


Das erste Event ist wichtig. Aber es ist kein Beweis.

Weder für Erfolg. Noch für Scheitern.

Es ist ein Anfang. Mehr nicht – und das ist genug.


Wer nach dem ersten Event das Gefühl hat, nicht zu wissen, was er daraus ableiten soll, steht nicht am Ende – sondern an der richtigen Stelle für Einordnung.

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