Planungssicherheit vs. Bauchgefühl - Wie Evententscheidungen wirklich entstehen
- Redaktion

- vor 6 Tagen
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Aktualisiert: vor 3 Stunden

Viele Eventgründungen beginnen mit einem Gefühl.
Einer Idee.
Einer inneren Gewissheit:
„Das funktioniert.“
Dieses Bauchgefühl ist kein Zufall. Gerade in der Eventbranche entsteht es oft aus Erfahrung, Beobachtung und Nähe zur Zielgruppe.
Problematisch wird es erst dann, wenn Bauchgefühl alles ersetzt –und Entscheidungen nicht mehr überprüft werden.
Warum Bauchgefühl bei Events so stark ist
Events sind emotional. Sie leben von Atmosphäre, Stimmung und Resonanz.
Wer Events denkt oder umsetzt, nimmt feine Signale wahr:
Reaktionen von Menschen
Energie im Raum
Gespräche vor und nach dem Event
Dieses Gespür ist wertvoll. Es ist oft der Grund, warum jemand überhaupt auf eine Idee kommt.
Bauchgefühl ist kein Fehler. Es ist ein Startpunkt.
Wo Bauchgefühl an seine Grenzen kommt
Bauchgefühl ist situativ. Unternehmertum ist langfristig.
Was sich gut anfühlt, muss nicht tragfähig sein.
Typische Situationen, in denen Bauchgefühl täuscht:
einmalige Euphorie nach einem gelungenen Event
positives Feedback ohne Zahlungsbereitschaft
Zustimmung von Teilnehmern, nicht von Entscheidern
persönliches Engagement, das strukturelle Schwächen überdeckt
Je größer die Verantwortung wird, desto gefährlicher wird reines Gefühl.
Planungssicherheit ist kein Gegenpol
Oft wird Bauchgefühl gegen Planung ausgespielt.
Entweder:
mutig und intuitiv
oder:
nüchtern und analytisch
Diese Trennung ist künstlich.
Gute unternehmerische Entscheidungen entstehen zwischen beiden.
Planungssicherheit bedeutet nicht:
alles vorher zu wissen
Risiken auszuschalten
Spontaneität zu verlieren
Sondern:
Annahmen sichtbar zu machenund Entscheidungen bewusst zu treffen.
Wie gute Evententscheidungen wirklich entstehen
In der Praxis zeigt sich ein klares Muster:
Eine Idee entsteht aus Bauchgefühl
Erste Reaktionen bestätigen oder irritieren
Annahmen werden überprüft
Entscheidungen werden angepasst
Das Problem ist nicht das Gefühl. Das Problem ist, wenn Schritt 3 übersprungen wird.
Dann wird Hoffnung zur Strategie.
Warum Planung oft missverstanden wird
Viele Eventgründer vermeiden Planung, weil sie Angst vor Einschränkung haben.
Sie befürchten:
Kreativität zu verlieren
Flexibilität einzubüßen
Chancen zu verpassen
In Wirklichkeit schafft gute Planung:
bessere Entscheidungen
schnellere Anpassung
mehr Handlungsspielraum
Planung ist kein Korsett. Sie ist Orientierung.
Die gefährlichste Kombination: Starkes Gefühl + hohe Verantwortung
Solange ein Event klein ist,kann viel über Einsatz und Intuition ausgeglichen werden.
Mit wachsender Verantwortung ändern sich die Folgen:
finanzielle Verpflichtungen
Erwartungen von Teilnehmern
Abhängigkeiten von Partnern
Hier reicht Bauchgefühl nicht mehr aus. Nicht, weil es falsch ist – sondern weil zu viel daran hängt.
Die entscheidende Frage für Gründer
Statt zu fragen:
„Fühlt sich das richtig an?“
ist die bessere Ergänzung:
„Unter welchen Bedingungen würde das auch funktionieren?“
Diese Frage verbindet Gefühl mit Struktur. Und genau dort wird aus einer Idee ein unternehmerischer Gedanke.
Bauchgefühl bleibt – aber bekommt einen Platz
Unternehmerisches Denken bedeutet nicht, das Bauchgefühl abzuschalten.
Es bedeutet:
es einzuordnen
es zu überprüfen
es nicht allein entscheiden zu lassen
Erfolgreiche Eventunternehmer entscheiden nicht gegen ihr Gefühl. Sie entscheiden nicht nur wegen ihm.
Zum Abschluss
Bauchgefühl bringt Ideen hervor. Planung macht sie tragfähig.
Wer beides trennt, verliert entweder Mut oder Orientierung.
Wer beides verbindet, trifft bessere Entscheidungen – nicht perfekte, aber verantwortbare.
Wer merkt, dass er zwischen Gefühl und Planung schwankt,steht oft an einem wichtigen Punkt.
Nicht, weil etwas falsch läuft – sondern weil Entscheidungen anstehen, die mehr brauchen als Intuition allein.


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